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Selbstreflexion und Reflexionsgespräch

Bei der Bilanzierung seiner Weiterbildung sollte der Teilnehmer zwei Aspekte betrachten:

(1) Ergebniskontrolle – Habe ich das angestrebte Ziel, den Qualifikationsabschluss, erreicht?
(2) Prozessbewertung (Evaluation) - Warum bzw. mit welchen Mitteln habe ich das Ziel erreicht / nicht erreicht? Waren die gewählten Mittel die richtigen?

Die Frage (1) lässt sich am Ende des Qualifizierungsprogramms leichter beantworten, wenn das Ziel vorab definiert wurde. Die Antwort auf Frage (2) kann jedoch nur mit Hilfe bestimmter Methoden gefunden werden wie z.B. einer systematischen Reflexion.

Themenübersicht:

Systematische Selbstreflexion

In Maßnahmen der Selbstreflexion hinterfragt und beobachtet der Teilnehmer sich und sein Lernverhalten. Dies ist für viele eine große Herausforderung, insbesondere für Lernungewohnte: Von der intuitiven Selbstüberzeugung muss zu diesem Zweck Abstand genommen und das eigene Tun mit kritischen Augen betrachtet werden.

Wenn von "Lernen" die Rede ist, denkt vermutlich die Mehrzahl der Teilnehmer einer arbeitsorientierten Qualifizierung an Unterricht in der Schule. Dass auch der Erfahrungserwerb im Arbeitsprozess eine Form des Lernens darstellt, ist zusätzlich eine ungewohnte Perspektive.

Systematisches Vorgehen bei der Selbstreflexion bedeutet:

Das Verfahren aus dem Projekt TBQ enthält einenReflexionsbogen (als Download), der dabei helfen kann, sich die richtigen Fragen zu stellen.

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Reflexions- und Beratungsgespräch

Die Sicht auf das eigene Lernverhalten ist in der Regel eingeschränkt. Hilfreich ist daher eine distanzierte Perspektive von außen. Der Vorteil einer weiteren Meinung kann sein, dass Aspekte thematisiert werden, die noch nicht bedacht worden sind. Ebenso können verzerrte Wahrnehmungen des eigenen Lernprozesses durch eine zusätzliche Meinung korrigiert oder relativiert werden.

Das Beratungs- oder Reflexionsgespräch zwischen dem Lernendem und seinem Lernberater ist wesentlicher Bestandteil des Selbstlernkonzepts moderner arbeitsprozessorientierter Qualifizierungsprogramme.

Das Reflexionsgespräch als Zwei-Personen-Situation eignet sich besonders für Lernende, die nicht gewohnt sind, eigenes Verhalten zu reflektieren.

Im Reflexionsgespräch kann der Lernende

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Aufgabe des Lernberaters im Reflexionsgespräch

Die zentrale Aufgabe des Lernberaters im Reflexionsgespräch besteht darin, das Vorgehen und Verhalten des Teilnehmers bei der Bearbeitung der Lern- und Arbeitsaufgaben aus der Perspektive des interessierten und teilnehmenden Beobachters zu kommentieren und so Anregungen, Korrekturen und Hilfen zu geben. Der Lernbegleiter leistet "Hilfe zur Selbsthilfe". In dieser Formulierung kommt die Besonderheit des Reflexionsgesprächs gut zum Ausdruck: Eigenkontrolle und Fremdkontrolle sind hier untrennbar miteinander verbunden.

Der Lernberater soll Reflexionsgespräche mit dem Lerner führen und zusammen mit dem Lerner im Dialog den Ablauf eines Bearbeitungsprozesses aus der Erinnerung rekonstruieren. Es gilt dabei, einen Blick auf gewonnene Lernerfahrungen zu werfen, auf beobachtete Lernerfolge, Lernblockaden, auf neue Einsichten und Erkenntnisse, auf übersehene Herausforderungen und nicht ergriffene Lernchancen.… Das Reflexionsgespräch soll die Sicht auf den Erfahrungsprozess als Lernprozess ermöglichen. (WAP-Handreichungen 04, S.5Download)

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Funktionen des Reflexionsgesprächs

In allen drei Funktionen führt das Beratungsgespräch den Lernenden zu einer distanzierten Betrachtung seines Tuns. Insofern stärkt es seine Fähigkeit zur Selbstkontrolle im Lernprozess.

Der Modellversuch Lernen im Arbeitsprozes, in dem arbeitslose Jugendliche zu einem Berufsabschluss geführt wurden, enthält ebenfalls ein Reflexionsgespräch. Es hat hier die Bezeichnung „Entwicklungsgespräch“. Dieses Entwick-lungsgespräch betont mehr den Steuerungsgesichtspunkt als die Möglichkeiten für Versuch-und-Irrtum-Schleifen im Prozess der Entwicklung von Lernkompetenz.

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