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Qualifizierungserfolg bilanzieren
Qualifizierungserfolg bilanzieren
Bereits bei der Planung einer Weiterbildung für an- und ungelernte Mitarbeiter, spätestens aber mit Beginn der Umsetzung stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Erfolgsmessung – auch um die aufgewendeten Mittel zu rechtfertigen. Wie kann der Erfolg einer Weiterbildungsmaßnahme evaluiert bzw. bilanziert werden? Zwei Ebenen sind dabei zu unterscheiden:
- Welchen individuellen Lernerfolg haben die Teilnehmer erreicht?
Um dies zu beantworten bedarf es zunächst der Klärung, wie dieser Lernerfolg festgestellt werden kann. Darüber hinaus gilt es, sich Gedanken über geeignete Verfahren zur Dokumentation und Zertifizierung erworbener Kompetenzen zu machen.
- Welchen Nutzen hat die Weiterbildung für das Unternehmen gebracht?
Hier geht es um die Auswirkungen der Weiterbildung auf die Arbeitsabläufe und damit die Produktivität des Unternehmens. Weiterhin steht in diesem Zusammenhang auch eine Prüfung der Effizienz des Mitteleinsatzes im Fokus.
Um beide Fragen zu beantworten, reicht es nicht, die Teilnehmer und deren Vorgesetzte nach Abschluss der Qualifizierung zu befragen, ob sich Lernerfolg und Produktivitätssteigerungen sowie flexiblere Einsatzmöglichkeiten eingestellt haben. Die Kontrolle des Weiterbildungserfolgs beginnt im besten Fall viel früher – auch weil eine kontinuierliche Evaluation bei einer über längere Zeit laufenden Qualifizierung schon während der Qualifizierung
- entsprechende Anpassungen im Weiterbildungsdesign und –ablauf ermöglicht und
- dabei hilft, dass sich die Teilnehmer ihrer Lernschritte und -probleme bewusst werden und so den Lernprozess besser reflektieren.
Da die Bilanzierung des Qualifizierungserfolgs also sowohl aus individueller wie auch aus unternehmerischer Perspektive von hoher Bedeutung ist, sollen in den weiteren Kapiteln die folgenden Fragen beantwortet werden:
- Wie müssen Weiterbildungsprüfungen für An- und Ungelernte aussehen?
Der Nachweis von Fachwissen über schriftliche und mündliche Prüfungsformen, die primär auf die Reproduktion von Faktenwissen abstellen, ist für eine arbeitsprozessorientierte Weiterbildung an- und ungelernter Mitarbeiter weniger geeignet. Warum das so ist und welche Alternativen Erfolg versprechender sind, erfahren Sie im Kapitel Handlungsorientiert prüfen.
- Wie können die Kompetenzen aus arbeitsorientierten Qualifizierungen erfasst, dokumentiert und transparent zertifiziert werden?
Wie Kompetenzen grundsätzlich erfasst werden können, welche Verfahren es gibt und was dabei zu beachten ist, wurde bereits im Abschnitt Mitarbeiterpotenziale erkennen/Kompetenzen feststellen des Kapitels Qualifizierungsbedarf erheben beschrieben, als es darum ging, die ermittelten Anforderungsprofile mit den Mitarbeiterpotenzialen abzugleichen. Wie die Erfassung, Dokumentation und Zertifizierung von Kompetenzen, erworben im Rahmen einer arbeitsorientierten Qualifizierung an- und ungelernter Mitarbeiter, ablaufen kann und was es dabei zu beachten gilt, wird im Abschnitt Leistungen abschlussorientiert dokumentieren und zertifizieren beleuchtet.
- Wie wird bei arbeitsorientierter Qualifizierung die Qualität sichergestellt und wie kann man das Ergebnis inhaltlich und betriebswirtschaftlich bewerten?
Welche Maßnahmen erlauben bereits weiterbildungsbegleitend eine Qualitätskontrolle und welche Korrekturen sind möglich, wenn sich Probleme abzeichnen? Wie kann eine Qualifizierung inhaltlich und betriebswirtschaftlich evaluiert werden? All dies thematisiert der Abschnitt Evaluieren und Qualität sichern.
- Welche Methoden und Good-Practice-Beispiele gibt es zur Erfolgsmessung und Zertifizierung?
Der Abschnitt Umsetzungsbeispiele und Instrumente listet Konzepte, Methoden und Projekte auf, die der Erfolgsmessung und Zertifizierung dienen und bereits erfolgreich umgesetzt wurden.
Wo sind weitere Informationen zu finden?
Kriterien für eine neue Art von Zertifizierung, die den Unternehmensanforderungen gerecht wird:
- Ursula Krings: Zertifikate: Unternehmen brauchen mehr Transparenz erschienen in: f-bb Newsletter 1/2003 (Download als PDF, 646KB).
Vorstellung eines Zertifizierungsverfahrens, das den Unternehmensanforderungen gerecht wird:
- Christiane Koch, Ursula Krings (2004): Dokumentation und Zertifizierung nichtformaler Lernprozesse - Wie geht das in der Praxis? erschienen in: Durchblick 04/2004 (Download als PDF, 326KB).
© f-bb (Forschungsinstitut Betriebliche Bildung)