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Qualifizieren im Betrieb
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Qualifizierungsbedarf erheben

Themenübersicht:

Betriebe benötigen qualifiziertes Personal, auch auf der Ebene der an- und ungelernten Kräfte, um den sich ständig wandelnden marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit zukunftsorientierten Strategien begegnen zu können und damit ihre Wettbewerbsposition nachhaltig zu sichern. Insofern sollte die systematische Planung von Weiterbildung fester Bestandteil einer zeitgemäßen Unternehmensstrategie sein. Im Prinzip hat ein Betrieb zwei Möglichkeiten, an die Qualifizierung seiner Mitarbeiter heranzugehen:

Für eine effiziente Bildungsplanung empfiehlt sich die zweite Möglichkeit. Der Grund ist einfach: Die Zahl der aktuell verfügbaren Qualifizierungsmethoden und -instrumente ist unübersichtlich groß. Eine Sichtung des "Bestandes" würde Zeit und Personalkapazität in einem Maß beanspruchen, das in keinem Verhältnis zum gewünschten Ergebnis steht. Ausgangspunkt einer zielgerichteten Bildungsplanung ist demnach, die Qualifizierung der Beschäftigten auf die gegenwärtigen und künftigen betrieblichen Anforderungen abzustimmen. Zunächst muss sich folglich der Verantwortliche im Betrieb ein genaues Bild darüber machen, welche Qualifikationen im Unternehmen gebraucht werden und welche Qualifikationen die Mitarbeiter bereits mitbringen. Erst diese sorgfältige Analyse des Qualifizierungsbedarfs führt zu einer Weiterbildung, die den tatsächlichen Anforderungen von Betrieb und Belegschaft genügt. Die Vorgehensweise kann hierbei je nach Betrieb unterschiedlich sein, so berichtet der Personalleiter eines Stahlwerks in Bremen:

Bei uns hat es sich als sehr nützlich erwiesen, systematisch nach Schwachstellen im betrieblichen Ablauf zu suchen. Und das ist bei uns nicht allein Chefsache – auch die Beschäftigten werden in die Analyse mit einbezogen. Oft wissen gerade sie am besten, welche Defizite vorliegen und welche Verbesserungen möglich wären.

Qualifizierungsbedarfsanalyse – Vorteile für den Betrieb

Ein Qualifizierungsziel muss in erster Linie bedarfsgerecht und branchenspezifisch sein und damit maßgeschneidert auf den jeweiligen Betrieb passen. Diese Passgenauigkeit wird durch eine sorgfältige Analyse des Qualifizierungsbedarfs erreicht und bietet dem Betrieb viele Vorteile:

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Organisation der Qualifizierungsbedarfsanalyse

Gerade in kleineren und mittleren Unternehmen ist die Analyse des Qualifizierungsbedarfs infolge mangelnder zeitlicher, personeller oder finanzieller Ressourcen oft nur schwer möglich. In diesem Fall kann es hilfreich sein, wenn der Betrieb einen externen Bildungsdienstleister einbindet, der erfahren ist in der Umsetzung modularer betriebsnaher Qualifizierung geeignete Partner einbinden.

Die unternehmensinterne Analyse des Qualifizierungsbedarfs (z. B. weil ein externer Bildungsdienstleister oder Qualifizierungsberater nicht finanziert werden kann) beantwortet vier Kernfragen:

  1. Welche Ziele verfolgt das Unternehmen?
  2. In welchem Zeitraum soll es erreicht werden?
  3. Welche Kompetenzen werden benötigt und bis wann?
  4. Wie können wir die erforderlichen Qualifizierungen selbst initiieren und durchführen?

Die unternehmensinterne Analyse eignet sich für Betriebe ohne eigene Personalentwicklung, deren Personalakten aber gut geführt sind und somit einen schnellen Soll-/Ist-Abgleich zur individuellen Weiterbildung ermöglichen.

Wo sind weitere Informationen zu finden?

Herbert Loebe, Eckart Severing (Hrsg.) (2007): Handlungshilfen für Bildungsberater – Bildungsbedarfsanalyse. "Leitfaden für die Bildungspraxis" (f-bb), Band 21. Bielefeld (Bertelsmann)

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